Interview mit NoMainstream in ganzer Länge

Der Online-Musik-Blog No!Mainstream hat sich die Mühe gemacht und uns interviewt.

Wir bedanken uns ganz herzlich dafür!

Und ab geht die Post:

Tending to Huey, eine (noch) eher unbekannte Band aus Würzburg.

Von der Online-Presse, wie auch unter anderem von uns, abgefeiert und durchweg positiv benotet, werden diese drei Jungs ihren Weg gehen. Die Musik, irgendwo zwischen gutem, jungen Britpop und wildem The Hirsch Effekt-Sound.

Euer Debütalbum „Beteigeuze“ ist veröffentlicht. Wie würdet ihr den Sound des Albums beszeichnen?

Es ist wirklich schwer den Klang auf ein – zwei Schlagworte runterzubrechen. Wir haben versucht sehr facettenreich zu arrangieren und alles zu erlauben, was uns Spass macht.

In erster Linie sollen die Songs auch für uns interessant bleiben.

Wenn sich im Weltraum Michael Knight und Monkey D. Ruffy zum Kaffee mit Gebäck mit einer anschließenden Partie Mühle treffen, könnten sie gut unsere Platte dazu auflegen.

Ich würde den Sound mit verträumt, verwunschen und vertrackt beschreiben.

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Wie lange gibt es euch denn schon und wie habt ihr zueinander gefunden?

Wir sind in der Konstellation noch recht jung. Wir machen jetzt zu dritt ca. 2 Jahre zusammen Musik. Wobei wir erst seit ca. einem Jahr in der Öffentlichkeit stehen.

Begonnen hat eigentlich alles mit Nebenprojekten vom mir und Daniel.

Ich hab damals neben meiner Post-Rock Band mit Gitarren-Musik und Gesang rumexperimentiert und so einen neuen musikalischen Output für mich gefunden. Bei Daniel war es ähnlich. Er hat abseits seiner Industrial-Band mit Synties, Beats, Samples und Loops und eben auch mit viel Gesang getüftelt.

Ich steckte Daniel eine Demo mit meinen Songs zu.

Er fand‘s cool und wir versuchten eine Fusion zwischen meinen und seinen Ideen herzustellen.

Anfangs war das gar nicht so einfach und es dauerte seine Zeit sich in die Sache rein zu finden.

Ursprünglich wollten wir ohne Gitarre auskommen und die Songs auf Schlagzeug, Bass, Samples und viel Gesang basieren lassen.

Es war ein spannendes Vorhaben die gängigen Bandstrukturen aufzubrechen und anders an die Sache heranzugehen. So entstanden einige Demos mit denen wir recht glücklich waren.

Diese Demos steckten wir Michael zu, der mit Daniel zusammen seinen Zivildienst geleistet hat und darüberhinaus ein krasser Hund an den Drums ist, was unseren Kram um einiges lebendiger werden lies.

Wir haben schnell gemerkt, dass das musikalisch sowie menschlich wunderbar harmoniert und so entstand aus unserem kleinen Projekt die Band „Tending to Huey“.

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Eine Produktion einer Platte ist ja nicht ganz billig. Wie habt ihr’s denn finanziert?

Als es das erste mal um das Thema „Platte“ ging, absolvierte ich gerade ein Schnupperpraktikum im Tonstudio Würzburg.

So saß ich quasi genau an der Quelle und konnte meinem Chef unsere Proberaumdemos vorspielen.

Er konnte glaub ich zuerst nicht viel damit anfangen, da der Sound von den Demos auch extrem mies war, aber er hat Potential darin entdeckt und beschlossen mit uns die Produktion zu wagen. Ob er zu dem Zeitpunkt schon ahnte, auf was er sich da eingelassen hat sei mal dahin gestellt.

Wir hatten also das große Glück, dass unser Produzent an die Qualität unserer Musik geglaubt hat und mit uns einen Produktionsvertrag abgeschlossen hat. Wir mussten so nicht die ganzen Produktionskosten zahlen, was wir auch auf keinen Fall hätten stämmen können. Dieser Vertrag ermöglichte uns auch große Freiheiten während der Aufnahmen, um Dinge auszuprobieren und viel in Eigenregie zu erarbeiten.

Könnt ihr vom Musiker-Dasein schon leben? Oder geht ihr noch zur Schule oder habt Jobs?

Davon leben ist der Traum, den wir leider noch träumen müssen und der Musikmarkt ist ja auch echt hart geworden. Uni und Job bilden somit nach wie vor unseren Alltag, wobei man ehrlicherweise sagen muss,

dass wir jede freie Minute damit verbringen dem Status, von der Musik leben zu können, näher zu kommen.

Wir stecken unser ganzes Herzblut in dieses Projekt.

Also, alle Daumen drücken, dass das alles bald durch die Decke geht ;-)

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Von vielen online-Musikplattformen wurdet ihr ja vorwiegend positiv bewertet. Was sind eure Ziele für die Zukunft?

Ja, glücklicherweise haben wir bisher durchweg positive Resonanz bekommen. Ein richtiger Verriss war noch nicht dabei, manche können halt nix damit anfangen, aber da gibt es ja Schlimmeres.

Das primäre Ziel für die Zukunft ist auf jeden Fall viele viele Konzerte zu spielen und möglichst viele Leute zu erreichen um uns einen Namen zu machen. Um das zu schaffen suchen wir schon seit längerem einen Partner, der uns und unsere Musik unterstützt.

Ob das jetzt ein Label, Vertrieb, Verlag, Booker oder einfach ein reicher Musikliebhaber ist, ist eigentlich egal.

Außerdem gibt‘s schon ganz konkrete Pläne für unser zweites Album. Es gibt schon maßig Material das wir hoffentlich schon ganz bald auf Platte bannen.

Wir sind heiß und arbeiten fleißig daran wahrgenommen zu werden, wir können der Musiklandschaft Tupfen geben, die in der Form wohl noch nicht da sind.

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Und habt ihr musikalische Vorbilder?

Klar haben wir die. Wir sind ja nicht nur Musiker sonder in erster Linie auch ganz große Musikkonsumenten.

Das interessante an unseren Vorlieben ist, dass wir ja aus recht verschiedenen Ecken zusammengefunden haben und so auch sehr verschiedene Einflüsse haben.

Wir sind da alle sehr open minded und hören vom süßestem Pop bis zum derbstem Metal alles was gut ist.

Konkret haben uns mit Sicherheit Künstler wie the Notwist, das ganze Anticon-Pack, mighty mighty Mike Patton, Micheal Jackson oder Falco beeinflusst.

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Was ist euch bei eurer Musik am wichtigsten: Der Text, die Musik, oder gar das Artwork?

Wir versuchen ein ansprechendes Gesamtpaket zu schnüren. Da spielen Dinge wie Artwork, Auftreten oder Internetpräsenz natürlich eine große Rolle.

Dennoch darf man nicht vergessen, dass die Musik immer die zentrale Position inne hat. Alles, was um die Musik passiert (auch die Texte) wird darauf abgestimmt, nicht andersrum.

Wir kommen erst durch die Stimmung der Musik auf die Ideen, wie wir das auch optisch bzw. gestalterisch angehen, also welches Artwork oder was man auf Konzerten anzieht.

Wir versuchen ein Gesamtkonzept zu schaffen, das vom Artwork bis zur Live-Situation zusammenpasst.

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Ihr spielt natürlich auch live. Wie werden die Konzerte besucht?

Das ist ganz ehrlich sehr unterschiedlich. Wir haben bisher leider noch gar nicht so oft live gespielt und sind noch dabei uns da rein zu finden.

Was das Publikum angeht, war aber jeder Abend sehr individuell.

Die Konzerte, die wir vor heimischen Publikum gespielt haben, waren immer gut besucht und sehr stimmig, jedoch waren auch im Gegenzug Abende dabei, an denen man lieber zu Hause geblieben wäre.

Wir haben leider noch nicht die großen Optionen zu entscheiden, ob sich ein Konzert lohnt oder nicht. Wir spielen gerade alles was sich ergibt, und da geht man einfach das Risiko ein, dass ein paar faule Eier mit dabei sind. Überwiegend waren wir aber sehr zufrieden.

Konzerte sind wichtig um bekannter zu werden und man lernt aus jedem und wird professioneller. Wir hoffen stets, dass sich neue Konzerte ergeben und vielleicht steigen dann mit der Zeit auch fernab der Heimat die Besucherzahlen.

Schaut auch auf dem Blog der netten Bande vorbei!

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