Review von Kulturterrorismus

Bilder oder Fotos hochladen

Pop – ein dehnbarer Begriff, den die Würzburger Formation Tending To Huey auf ihrem zweiten Album “Poison Apple” massiv ausreizt, wo sie experimentell wie melodiös herüberkommt, weshalb Freunde des ungepflegten Mainstreams hier nicht auf ihre Kosten kommen.

Derartige Tonkunst wie sie Tending To Huey spielen, bei einem Label unterzubringen, erscheint fast aussichtslos(?), dass das Auflegen im Eigenvertrieb voraussetzt, wenn man bei Konsumenten ankommen möchte. Heißt, die Würzburger veröffentlichen ihr “Poison Apple” als CD im Digipack (limitiert auf 200 Exemplare) selbst, die direkt über die Band Bezug findet.

Schwermütig bzw. nachdenklich übers Leben wirken die kurzweiligen Texte von Tending To Huey, wovon besonders die Zeilen zu ‘The Last Snow of Winter‘ gefallen:

I will never find what is left behind. I would dive into… You will never mind me and all of mine. I would dive into it! Shadows gettin’ smaller all the time. Everyone beside me puts a smile on. I can’t stand the fact that I should die. Everytime, they’re waving me goodbye. I will never find what I left behind, I would dive into… You will never mind me and all of mine. I would dive into it! She will always be like you imagined me. Every step I go to, every move I make… All the roads just lead to the place someone calls home. When the last snow of winter falls down to melt and die, a new born plant will live, just because an old one was passing by. The speed and spin of living in golden neon lights feels like something is missing… your kiss for a good night.

Gegenüber dem nichtssagenden Geschwafel der meisten Popinterpreten, wissen Tending To Huey in diesem Punkt zu überzeugen, welche Anspruch anstatt Massenkompatibilität präsentieren!

Sämtliche Musik von Tending To Huey beruht auf Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboard, Synthesizer, Samples & Loops, deren Zusammenspiel eine verquaste Melange ergibt, die die Worthülse komplexer Indie-Rock trefflich umschreibt. Als experimentellere Variante von Arcade Fire & Sonic Youth dürften Tending To Huey trefflich beschrieben sein, welche zu keinen Zeitpunkt dahinplätschern, sondern immer die volle Aufmerksamkeit benötigen, ansonsten bleiben wertvolle Nuancen von “Poison Apple” im Verborgenen. Anspieltipp? Zweifelsfrei ‘The last Snow of Winter‘, aber auch Rest mag durchweg überzeugen – love it or hate it, but taste it!

Fazit:

Individuen, denen der Sinn nach anspruchsvollem Pop steht und belangloses Radiogedudel abgeht, sollten “Poison Apple” von Tending To Huey unbedingt eine Chance geben – meine eingeschränkte Empfehlung aufgrund des relativ klaren Konsumentenkreises!


Danke an Raphael von Kulturterrorismus!

Hinterlass uns etwas